Daheim e.V.
 

08.07.2016 | Westfalen-Blatt

"Was Sie leisten, ist unverzichtbar"

Aktionstag als Dankeschön für Pflegekräfte

Gütersloh (WB). Die Zahl pflegebedürftiger Menschen in Deutschland steigt stärker an als bisher vorausgesagt. Galten im Jahr 2013 noch rund 2,6 Millionen Personen als pflegebedürftig, werden laut Bundesministerium für Gesundheit im Jahr 2060 geschätzt 4,7 Millionen Menschen gepflegt werden.

„Es ist der Fürsorglichkeit, Menschlichkeit und Fachkompetenz von Pflegekräften zu verdanken, dass viele Pflegebedürftige trotz aller Einschränkungen ein Leben in Würde und Freude führen können“, erklärten die Mitglieder des Arbeitskreises der Freien Wohlfahrtspflege im Kreis Gütersloh. Viel zu selten werde den Pflegenden, die sich Tag und Nacht liebevoll und aufopfernd um hilfebedürftige Menschen kümmern, dafür gedankt und Anerkennung ausgesprochen. „Was Sie tagtäglich leisten, ist unverzichtbar und anspruchsvoll“.

Um dieser Aussage Rechnung zu tragen wurden am Mittwoch unter dem Motto „Dankeschön“ rund 500 Mitarbeiter in die Stadthalle Gütersloh eingeladen. Festredner der Veranstaltung war der anerkannte Demenz-Experte Prof. Reimer Gronemeyer. Der Autor des Buches "Das 4. Lebensalter. Demenz ist keine Krankheit" beschrieb den schwierigen Alltag dementer Menschen und ihrer Angehörigen. „Mit medizinischer Forschung werden wir das Problem nicht lösen“, sagt Gronemeyer. „ Was wir brauchen, ist eine Strategie gegen die sozialen Folgen von Demenz“. 

Einen humorvollen Kontrapunkt setzte Mäc Härder. Der Kabarettist und Jongleur  stellte sein Programm „Die Radieschen von oben“ vor. Mäc Härder stellte dabei die richtigen Fragen: Wo hört der Mensch auf? Wo fängt der Rentner an? Sein satirischer Blick durch die Seniorenbrille ins Jahr 2061 traf an diesem Abend die Lachnerven der Gäste an der richtigen Stelle. Provokant stellte Mäc Härder fest: wer heute ein Wellness-Wochenende bucht, der trainiert doch im Grunde nur für ein Leben im Altenheim.

Der Aktionstag wurde vom Arbeitskreis Freie Wohlfahrtspflege im Kreis Gütersloh veranstaltet. Ihm gehören Arbeiter-Samariter-Bund, AWO, Caritas, Diakonie, Deutsches Rotes Kreuz, Kolping Akademie, Lebensbaum, Förderkreis WAF, VKA, Gepflegt Leben und Verein Daheim an. Sie versorgen im Kreis Gütersloh rund 6.000 pflegebedürftige Menschen zu Hause durch Ambulante Dienste, in Tagespflegen  oder in Pflegeheimen.