Daheim e.V.
 

29.04.2013 | Neue Westfälische | BIRGIT VREDENBURG

Von Mastholtern für Mastholter

Rietberg-Mastholte. "Wenn de Mastholter wat anpäcket, dann wätt et auk wat." Unter diesem Leitspruch hatte der Vorstand der gemeinnützigen Lebenswerk Mastholter für Mastholte gGmbH zur offiziellen Einweihung des "etwas anderen" Seniorenpflegeheims an der Riekstraße eingeladen. "Treffender hätte man nicht ausdrücken können, was hier entstanden ist", sagte Bürgermeister Andreas Sunder in seinem Grußwort.

Das Mastholter Prinzip ziehe sich wie ein roter Faden durch die Entstehung des ehrgeizigen Projektes, das von Mastholtern für Mastholter geschaffen worden sei. Auf Initiative von Ferdinand Kraft ist an der Riekstraße eine seniorengerechte Wohnanlage mit zehn Wohnungen, 15 Pflegeplätzen und zwölf Plätzen in einer Tagespflegeeinrichtung entstanden. Hintergrundgedanke war, dass sich Menschen vor Ort für ein lebenswertes Zuhause im Alter und für die Zukunft engagieren. Um dies realisieren zu können, wurde eine gemeinnützige GmbH mit zurzeit 36 Gesellschaftern gegründet, die insgesamt 400.000 Euro zur Finanzierung des 3,7 Millionen Euro teuren Projektes beitragen. "Zurzeit fehlen uns noch etwa 100.000 Euro", sagte Kraft. Er hoffe aber, die Summe in Kürze durch weitere Gesellschafter zusammen zu bekommen. Das gesamte Bauvorhaben sei durch den Verkauf aller zehn Wohnungen (innerhalb von drei Wochen) erst möglich geworden.
Kraft richtete seinen besonderen Dank an den Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH, Hajo Ahrens. Der Vorruheständler habe im vergangenen Jahr täglich drei bis vier Stunden ehrenamtliche Arbeit investiert, um den Bau voran zu treiben. Der Plan, Aufträge an Betriebe vor Ort zu vergeben, sei, so Ahrens, weitestgehend eingehalten worden. Ebenso die Vorgabe, "dass keiner der heimischen Handwerksbetriebe nach dem Bau ärmer ist als vorher – wesentlich reicher allerdings auch nicht". Auf dem 2.870 Quadratmeter großen Grundstück seien auf einer 1.480 Quadratmeter großen Fläche insgesamt 44.512 Klinker vermauert, 847 Kubikmeter Beton verbaut und 16 Kilometer Kabel verlegt worden.
Mit der neuen Einrichtung in Mastholte werden im Kreis Gütersloh zurzeit mehr als 15 Prozent aller Pflegebedürftigen mit einem Rund-um-die-Uhr-Versorgungsbedarf in einer von 41 Hausgemeinschaften mit insgesamt 549 Plätzen betreut. "Die politische Vorgabe von zehn Prozent haben wir damit deutlich überschritten", sagte Judith Schmitz, Leiterin der Abteilung Soziales beim Kreis Gütersloh.

Der Betreiber des Hauses, der Gütersloher Verein Daheim, hat 350.000 Euro in das Mobiliar der Hausgemeinschaft investiert. "Normalerweise dauert es immer etwa ein halbes Jahr, bis so ein Haus voll ist. Hier waren es nur drei Wochen", freute sich der Vorsitzende des Vereins, Bernd Meißnest.

Daheim wurde 1989 gegründet und beschäftigt kreisweit mittlerweile 450 Mitarbeiter.