Daheim e.V.
 

24.10.2013 | Die Glocke | (mn)

Mit 51 Jahren in einen neuen Beruf

„Besser hätte ich es nicht machen können.“ Brigitte Kollmer-Eckensberger (51) aus Borgholzhausen steht felsenfest zu ihrer beruflichen Neuorientierung. Nach einer etwa 20-jährigen Familienpause macht die Bürokauffrau beim Verein Daheim eine Umschulung zur Altenpflegerin.

Für Jobst Hilker von der Arbeitsagentur Bielefeld ist die vierfache Mutter Brigitte Kollmer-Eckensberger ein gutes Beispiel dafür, „dass es für eine Ausbildung nahezu nie zu spät ist“. Wer das wolle, die Eignung verspüre und eine Gelegenheit habe, solle den Schritt in eine neue berufliche Zukunft wagen, rät Hilker auch Menschen über 40. Zumal, wenn es sich wegen des Fachkräftemangels um Bereiche mit guten Zukunftschancen handele wie der Alten- und Krankenpflege, dem Maschinenbau oder einige Handwerksberufe. Ein bisschen hat der Zufall Brigitte Kollmer-Eckensberger zur Altenpflege gebracht.

„Für eine Ausbildung ist es nie zu spät“

„Nach der Familienphase wollte ich wieder einsteigen, habe aber bei einem Beratungsgespräch in der Arbeitsagentur schnell gemerkt, dass das Kaufmännische nicht mehr das Richtige für mich ist“, sagt die 51-Jährige. Dann stieß sie auf eine Stelle im Bundesfreiwilligendienst bei einer Tagespflege des Vereins Daheim in Halle. Darauf ließ sie sich ein – und ist heute ganz glücklich. „Das hat sehr viel Spaß gemacht.“

Der Wunsch nach einer Berufsausbildung auf diesem Gebiet reifte. Die 51-Jährige schnupperte vier Monate auch in die Bereiche Kurzzeitpflege, ambulante Dienste und Hausgemeinschaften bei Daheim – und begann am 1. Oktober schließlich ihre dreijährige Ausbildung zur Altenpflegerin.

Voller Elan auf dem Weg zur Altenpflegerin

„Vor dieser Zeit und dem Lernen mache ich mich nicht bange“, ist die Borgholzhausenerin voller Tatendrang und Zuversicht. Sie habe ihren Horizont deutlich erweitert und erfahre die anspruchsvolle Arbeit als Bereicherung. „Ich bin nach dem Dienst mehr erfreut als erschöpft, obwohl die Aufgabe nicht ohne ist.“

Theoriephasen im Fachseminar für Altenpflege der Arbeiterwohlfahrt in Bielefeld wechseln sich mit Praxiszeiten bei Daheim-Einrichtungen im Kreis ab. Die Ausbildung wird vom Arbeitsamt finanziell gefördert. „Menschen ab 40, die eine neue Ausbildung machen, sind sehr motiviert und mit Leidenschaft dabei“, berichtet Hilker.

Kein Einzelfall

Brigitte Kollmer-Eckensberger ist kein Einzelfall. In ihrem Kursus sind 4 der 28 Teilnehmer über 40 Jahre. Daheim-Pflegedienstleiterin Marlene Kuhlmann bricht ebenfalls eine Lanze für ältere Azubis: „Von den rund 40 in den vergangenen zehn Jahren hat keiner abgebrochen.“