Daheim e.V.
 

02.06.2014 | Neue Westfälische

Klienten werden im Urlaub mobiler

Dementiell Erkrankte genießen Reise nach Sòller

Rheda-Wiedenbrück (nw).

Ab in die Sonne des Südens hieß es für zehn Bewohner der drei ambulanten Hausgemeinschaften von "Daheim e.V.". Ihre Koffer packten auch auch Bewohner der Vietingstraße, um im Nordwesten Mallorcas entspannende Tage zu verleben, begleitet von Kranken- beziehungsweise Altenpflegerinnen, einem Mitglied des Vorstandess sowie einer Besucherin der Tagespflege und einer Ergotherapeutin.

Alle Hausgemeinschaftsbewohner haben eine dementielle oder psychische Erkrankung. Doch seien sie mit den veränderten Bedingungen sehr gut klar gekommen. "Sie haben die Zeit genossen", berichtet Anna Wiedemann, Hausgemeinschaft Vietingstraße. Sie mochten die Stadtvilla mit Pool und einem Garten voller Zitrusbäume, der einen Blick in die Berge gewährte. Dazu gab es ein abwechslungsreiches Programm in dem achttägigen Urlaub. Die Reisenden erkundeten Sòller sowie Palma de Mallorca, sie relaxten am Strand, genossen die regionale Küche bei Restaurantbesuchen und fuhren mit der Straßenbahn, Baujahr 1913 nach Puerto de Sòller.

Mit der Reise habe sich die Bereitschaft zur Kommunikation bei allen Bewohnern sichtbar gesteigert. "Eine an Demenz erkrankte Dame, die seit Wochen nicht gesprochen hatte, fing an mit Worten zu kommunizieren", so Wiedemann. Auch Bewohner, die sonst nur wenige Schritte selbständig erledigen, hätten mit dem kleinen Mann - ein Zweijähriger hatte die Gruppe begleitet - begonnen Fußball zu spielen.

Auf die Frage, ob diese Form der Reise für Demenzpatienten Sinn mache und zu schaffen sei, laute die Antwort eindeutig Ja. Viele Bewohner hätten sich aktiv an der Zubereitung des Essens beteiligt, den Tisch abgeräumt und sehr gut gegenseitig aufeinander aufgepasst.