Daheim e.V.
 

14.05.2020 | Marktplatz Harsewinkel | Marion Kuhnke

Daheim sind sie sicher

Pflegedienstleiter Kevin Schubert informiert über die aktuelle Situation

(M.K.) Seit Wochen bestimmt das Corona Virus weltweit einen beträchtlichen Teil unseres Lebens. Besonders gefährdet aber sind Senioren und pflegebedürftige Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Auch in Harsewinkel gibt es inzwischen verschiedene Pflegeeinrichtungen, die sich um eine große Anzahl an pflegebedürftigen Personen kümmern. Wir vom MARKTPLATZ HARSEWINKEL wollten gerne wissen, wie die Situation vor Ort bewältigt werden kann und wie es den Menschen und Mitarbeitern aktuell geht. Für unser kleines Interview konnten wir Herrn Kevin Schubert, den Pflegedienstleiter von DAHEIM gewinnen, der unter anderem auch für die Einrichtung in Marienfeld zuständig ist. Das Interview wurde am Donnerstag, den 14. Mai durchgeführt.

Herr Schubert, meine erste Frage gilt den Patienten: Ich kenne Ihre Einrichtung ein wenig und weiß, dass Sie viele Patienten versorgen, die an Demenz erkrankt sind. Wie geht es den Patienten und wie ging es diesen in den vergangenen Wochen ohne Besuch?

Ich bin froh, Ihnen sagen zu können, dass es allen Bewohnern gut geht und das wir in all unseren Einrichtungen bisher keinen einzigen Corona-Erkrankten hatten. Tatsächlich war es so, dass die an Demenz Erkrankten in den ersten Wochen kaum etwas von den Veränderungen bemerkt haben. Das kam erst später, dass sie nach Angehörigen fragten. Außerdem hat sich unser Team auch wirklich liebevoll so gut es die Umstände zulassen um jeden einzelnen Bewohner gekümmert.

Das freut mich sehr. Vielleicht können Sie unseren Lesern kurz erklären, wie Sie bei DAHEIM die Herausforderungen der vergangenen Wochen angenommen und umgesetzt haben?

Zunächst einmal hat die Leitung schon sehr früh reagiert. Das heißt konkret: Als im Februar die Medien von den Fällen in Italien berichteten, haben wir uns hier bereits in einer ersten Sitzung getroffen und sofort Schutzausrüstung eingekauft, so dass diese von Anfang an in ausreichendem Maße vorhanden war, so dass wir nicht unvorbereitet waren, als die Pandemie immer näher rückte.

Welche weiteren Maßnahmen mussten Sie ergreifen, um die Patienten zu schützen?

Es wurde ein Krisenstab gebildet, in dem regelmäßig die ständig neuen Erlasse und deren Umsetzung besprochen wurde. Anschließend wurden die Mitarbeiter informiert und mit der Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen beauftragt. Und ich muss sagen, dass in dieser Situation wirklich alle Mitarbeiter ausnahmslos zur Stange gehalten und ihr Möglichstes geleistet haben.Alle haben hervorragend zusammengearbeitet und sich auch privat an die erforderlichen Abstandsregelungen und Kontaktsperren gehalten. Außerdem wurden auch bereitwillig andere Aufgaben übernommen. Als zum Beispiel die Tagespflege geschlossen werden musste, haben die Kollegen beispielsweise das Programm der Ergotherapeuten, die ja nicht mehr kommen durften, so weit wie möglich mit den Hausbewohnern durchgeführt. Alle Mitarbeiter haben sich wirklich aufopferungsvoll um das Wohl der Bewohner gekümmert. Und wir haben natürlich auch gerade jetzt versucht, die Essenswünsche unserer Bewohner zu erfüllen.

Herr Schubert, ich möchte kurz noch einmal auf die Schließung der Tagespflege eingehen: Wie ist es möglich, von heute auf morgen die Tagespflege zu schließen? Gibt es dort keine Notfälle, die auf eine Betreuung angewiesen sind?

In der Tat, die gibt es. Sie müssen sich das so ähnlich vorstellen wie die Schließung der Kindertagesstätten. Ähnlich wie dort, gab es auch bei uns eine Notfallbetreuung, wenn Angehörige die Betreuung aus Systemrelevanten Gründen nicht gewährleisten konnten. Dies musste zunächst überprüft werden. Aus all unseren Einrichtungen im Kreis Gütersloh haben wir letztendlich noch 16 Notfall Tagesgäste, die dann alle in unser Haus nach Wiedenbrück gebracht und dort entsprechend betreut werden. Auch das ist ein enormer logistischer Aufwand, weil aufgrund der Abstandsregelung nur noch maximal zwei Personen im Fahrzeug sitzen dürfen. Ein Gast kommt übrigens aus Marienfeld.

Wie ist die aktuelle Situation in der Hausgemeinschaft und wie geht es mit der Tagespflege weiter?

Für unsere Hausbewohner haben wir Besucherzonen eingerichtet, so dass diese wieder von ihren Angehörigen besucht werden können. Das ist gut und sinnvoll so wie es zurzeit gehandhabt wird; aber auch sehr aufwendig. Und wie es mit der Tagespflege weitergehen wird, da habe ich ehrlich gesagt auch momentan keine Idee. Bis zum 25. Mai ist diese noch geschlossen und wir müssen sehen, welche Anweisungen und Regelungen es dann geben wird. Niemand weiß, wie sich die Lage weiter entwickeln wird. Das Wichtigste ist mir, dass alle gesund bleiben.

Da kann ich mich nur anschließen. Vielen Dank Herr Schubert für das nette und informative Gespräch mit Ihnen. Und bleiben Sie, alle Mitarbeiter und Hausbewohner weiterhin gesund.