Daheim e.V.
 

07.03.2014 | Haller Kreisblatt | Kerstin Spieker/Werther

Daheim e.V. plant Neubau in Werther

„Der Weg über den Berg ist für manche unserer Klienten schon sehr weit.” Sonja Buschmann, Regionalleitung des Vereins Daheim e. V., weiß, dass die Fahrt nach Halle, wo Daheim eine Tagespflegeeinrichtung für alte Menschen unterhält, für viele Besucher aus Werther als lang empfunden wird. Im Ausschuss für Soziales, Schule und Generationen stellte sie daher am Mittwochabend Pläne vor, in Werther eine eigene Tagespflegeeinrichtung ihres Vereins einzurichten.

Das Projekt, dessen vorläufige Pläne an der Wand des Ratssaales schon mal aufgehängt waren, ist ein durchaus komplexes. An der Stelle, an der derzeit die leer stehenden alten Gebäude des früheren Landhandels Rüter stehen, könnte nach den Ideen von Daheim e. V. ein moderner Bau mit einer Tagespflege im Erdgeschoss, einer Hausgemeinschaft für Alte im ersten Obergeschoss und fünf Wohnungen verschiedener Größe unter dem Dach entstehen. Die Crux an der Sache: Daheim e. V. ist noch nicht Besitzer des Grundstücks an der Engerstraße 18.

„Wir stehen in Verhandlungen mit der Eigentümerin, konkurrieren aber zurzeit wohl mit einem Drogeriemarkt”, so Sonja Buschmann. Sollte die Entscheidung zu Gunsten von Daheim fallen, könnte Baubeginn dennoch erst  in 2016 sein. Neben dem Rüter-Areal müsste der Verein auch von der Stadt Werther einige Quadratmeter Fläche ankaufen. Erst dann würde der langgestreckte, eher schmale Bau mitsamt Grün- und Parkfläche zwischen Engerstraße und Gartenstraße Platz finden.

16 Bewohner würden nach den vorliegenden Plänen in der Hausgemeinschaft Platz finden. Jeder mit eigenem Zimmer und eigener Sanitäreinheit. Im Zentrum böte ein Gemeinschaftsbereich mit Küche den Bewohnern zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeiten. Über einen Aufzug wäre das erste Geschoss mit dem Erdgeschoss und der dortigen Tagespflege verbunden. Dort könnten zwölf Personen zeitgleich betreut werden.

Tagespflege und Hausgemeinschaft unter einem Dach unterzubringen klinge vielleicht zunächst exotisch, mache aber aus der Praxis heraus durchaus Sinn, erklärte Sonja Buschmann den Ausschussmitgliedern. Besucher der Tagespflegeeinrichtung seien mit Mitarbeitern und Umgebung durch ihre Aufenthalte meist so vertraut, dass ein eventuell notwendiger Umzug in die Hausgemeinschaft dann wenn das Wohnen in den eigenen vier Wänden nicht mehr möglich sei, leichter zu verarbeiten wäre. Die beiden Einheiten seien auch deshalb im geplanten Haus zwar separat zu betrachten, aber doch miteinander verbunden.

Über einen eventuellen Erwerb städtischer Flächen und die notwendigen baurechtlichen Schritte wolle sie aber erst dann sprechen, wenn der privatrechtliche Vertrag hinsichtlich des Rüter-Geländes in trockenen Tüchern sei, machte Bürgermeisterin Marion Weike am Mittwochabend deutlich.

Für Daheim e. V. ist Werther kein Neuland. In der Rosenstraße betreibt der Verein bereits eine Hausgemeinschaft für Alte. Außerdem ist der ambulante Pflegedienst von Daheim e. V. im gesamten Altkreis unterwegs und darüber hinaus. Die Warteliste für Plätze in den Wohngemeinschaften, die Daheim betreibt, seien lang, ließ Sonja Buschmann den Ausschuss wissen, warum sie glaube, dass Werther gut noch eine betreute Hausgemeinschaft vertragen könne.