Daheim e.V.
 

14.09.2016 | Neue Westfälische | Karin Prignitz

Bewohner sollen sich daheim fühlen

Einweihung: An der Paderborner Straße 37 ist ein Büro- und Wohngebäudekomplex mit betreutem Wohnen entstanden. Nach knapp eineinhalb Jahren Bauzeit sind die Räume jetzt bezugsfertig

Ende Mai vergangenen Jahres sind die Bagger angerückt, im Frühjahr ist das Herrenhaus an der Paderborner Straße 37 abgerissen worden. An seiner Stelle hat die Koors, Fortkord, Niederschulte Grundstücks- und Bauherrengemeinschaft ein modernes Büro- und Wohngebäude errichten lassen. Derzeit werden die letzten Feinarbeiten erledigt. Im Oktober sollen die Räume bezugsfertig sein. Bereits am Freitag, 16. September, wird es ein großes Einweihungsfest geben. Offizieller Start ist um 11 Uhr.

Das entstandene Gebäude ist in zwei Bereiche aufgeteilt. Parallel zur gerade ausgebauten Paderborner Straße ist ein Riegel in zweigeschossiger Bauweise mit Staffelgeschoss entstanden. Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss befinden sich Büroflächen. Sie werden überwiegend von den Steuerberatern Koors und Fortkord genutzt, die am 15. September einziehen. Bereits seit dem 1. September hat die Lernhilfe von Norma Schmalenstroer die Arbeit aufgenommen. In das Staffelgeschoss zieht am 1. Oktober die Zahnarztpraxis von Jörg Abramovski.

Im rückwärtigen Bereich ist ein U-förmiger Baukörper in eingeschossiger Bauweise mit Staffelgeschoss und großzügigem Innenhof erstellt worden. Diesen Gebäudeteil nutzt der Betreiber des Vereins „Daheim“. Im Erdgeschoss ist eine Wohngruppe für betreutes Wohnen mit 16 Bewohnerzimmern, alle etwa 60 Quadratmeter groß, entstanden. Im Staffelgeschoss befinden sich sieben weitere barrierefreie Wohnungen. Sie sind ebenfalls an die Betreuung angeschlossen. „Bewohner können die Pflegeleistungen in Anspruch nehmen, müssen es aber nicht“, erläutert Susann Klingert, die Mitglied der Geschäftsleitung ist.

Die Gesamtfläche der ambulanten Hausgemeinschaft an der Paderborner Straße 37 beträgt rund 930 Quadratmeter inklusive der Kellerräume, in denen sich ein Raum für kleinere Fest befindet, der allen Bewohnern zur Verfügung steht. Genutzt wird er aber auch von Stadt und Volkshochschule für die Ausbildung von Seniorenbegleitern. „Wir sind offen für Kooperationen“, sagt Geschäftsführer Burkhard Kankowski.

Helene Magda, die in Kaunitz lebt und vorher in der Daheim-Hausgemeinschaft in Steinhagen tätig gewesen ist, wird die Hausleitung übernehmen. Die 35-Jährige ist seit Dezember 2012 bei „Daheim“. Im April hat sie ihre Ausbildung als Pflegefachkraft beendet. „Danach war ich bereit für Verl“, sagt Magda, die hofft, dass sich die Menschen, die einziehen, wohlfühlen werden. Zur Seite steht ihr ein multiprofessionelles Team von zunächst 18 Mitarbeitern. „Diese Zahl soll nach und nach auf 25 aufgestockt werden“, kündigt Pflegedienstleiter Kevin Schubert an.

Architekt Eckhard Send vom Büro Wischke Send und Partner aus Verl hat bei der Gestaltung der Innenräume viel Wert auf Helligkeit und lichtdurchflutete Räume gelegt. In den Badezimmern sind zur einen Hälfte pflaumefarbene, zur anderen Hälfte limettenfarbe Fliesenakzente zu finden. In den langen Fluren und auch im großen Gemeinschaftsbereich mit offener Küche, in der täglich frisch gekocht wird, finden sich neben dem aufwendigen Beleuchtungskonzept Bilder des gebürtigen Verlers Arno Reich-Siggemann.

Hinter dem Gebäude entstehen rund 50 Parkplätze. Die Investitionssumme für das gesamte Bauprojekt trägt nach Auskunft der Bauherrengemeinschaft ohne das Grundstück 4,5 Millionen Euro. (kap)